Sollten Sie bei Ihrem Kind Sprechunflüssigkeiten feststellen, ist dies in vielen Fällen ein Prozess, der zur Sprachentwicklung dazugehören kann. Zwischen dem zweiten und fünften Lebensjahr kommt es häufig zu dieser Phase, in der Satzteile, Wörter oder Silben wiederholt oder einzelne Anfangsbuchstaben langezogen werden. Manchmal wird der Sprechfluss auch kurz unterbrochen, um das richtige Wort zu finden oder den Ablauf des Satzes richtig gestalten zu können.

Diese Unsicherheiten im Sprachablauf können völlig normal sein und liegen darin begründet, dass die Kinder schneller denken, als sie sprechen können. Diese Phase kann einige Wochen, Monate oder auch bis zu einem Jahr andauern. Wenn das Denken und Sprechen wieder im Einklang sind, ist diese Phase der Sprachentwicklung beendet.

Wenn Ihr Kind also in der oben beschriebenen Weise spricht, liegt in den meisten Fällen noch kein „echtes“ Stottern vor. Besonders bei kleinen Kindern können diese Unflüssigkeiten schlagartig wieder verschwinden.

Dennoch gibt es einige Dinge, die Sie als Eltern beachten bzw. tun können, um Ihr Kind dabei zu unterstützen, positive Erfahrungen in der Kommunikation zu sammeln. Das Sprechen soll freiwillig erfolgen und vor allem Spaß machen. Korrigieren Sie ihr Kind nicht oder fordern es zum Wiederholen auf, da dadurch die Sprechfreude abnehmen kann. Nehmen Sie sich Zeit, um geduldig zuzuhören und es ausreden zu lassen. Hören Sie auf das, was Ihr Kind sagt, und nicht darauf, wie es etwas sagt. Auch Ratschläge, wie z.B.  „Sprich langsamer“ oder „Atme erstmal tief ein“, sind eher kontraproduktiv.

Treten die Sprechunflüssigkeiten jedoch in Verbindung mit Sprechblockaden oder Phasen des Pressens, einer ungewöhnlichen Atmung oder einem veränderten Sprechtempo auf, könnte es sich um ein richtiges Stottern handeln.

Sollten die eben genannten Symptome auftreten oder sich die entwicklungsbedingten Sprechunflüssigkeiten verstärken oder sehr lange anhalten, ist eine ärztliche und logopädische Abklärung ratsam.