Zungenruhelage: Warum sie für Sprache, Atmung und Zähne wichtig ist
Viele Kinder haben eine falsche Zungenruhelage, ohne dass Eltern es bemerken. Dabei spielt die Position der Zunge eine wichtige Rolle für Sprache, Atmung und die Entwicklung der Zähne. Doch was bedeutet eigentlich Zungenruhelage?
Was bedeutet „Zungenruhelage“?
Bei der korrekten Zungenruhelage liegt die Zungenspitze entspannt oben hinter den Schneidezähnen am Gaumen. Wenn man dort einen kleinen Knubbel spürt, ist man an der richtigen Stelle. Die Zähne werden dabei nicht berührt.
Die Zunge sollte dort liegen, wenn sie gerade nicht zum Essen, Trinken oder Sprechen gebraucht wird. Man kann sich das wie ein Hochbett vorstellen, in dem die Zunge schläft und sich ausruht.
Damit sie richtig zur Ruhe kommt, sollte auch der Mund geschlossen sein. So kann die Zunge ihre natürliche Position am Gaumen einnehmen.
Das Gute daran: Die richtige Zungenruhelage trainiert die Muskulatur ganz automatisch. Dadurch kann sich der Mundraum gesund entwickeln und die Zähne haben bessere Voraussetzungen, gerade zu wachsen.
Was passiert bei einer falschen Zungenruhelage?
Liegt die Zunge dauerhaft unten im Mund und drückt gegen die Zähne, kann das verschiedene Folgen haben:
- Zähne können sich verschieben
- Mundatmung tritt häufiger auf
- das Infektionsrisiko kann steigen
- Mundraum und Kiefer entwickeln sich nicht optimal
- Schnarchen und unruhiger Schlaf können auftreten
- Sprache, Artikulation und Schlucken können auffällig sein
5 einfache Übungen für die richtige Zungenruhelage
Je öfter die Zunge an ihrem „Schlafplatz“ am Gaumen liegt, desto schneller gewöhnt sie sich daran. Am Anfang kann das ungewohnt sein, doch mit etwas Übung fällt es immer leichter.
1. Esspapier-Trick
Ein kleines Stück Esspapier wird auf die Zungenspitze gelegt. Anschließend wird die Zunge an den „Schlafplatz“ am Gaumen gebracht und hält das Papier dort fest.
Falls die richtige Stelle noch schwer zu finden ist, können Eltern ein kleines Stück Esspapier, etwas Nussnougatcreme oder Brause an den Punkt hinter den Schneidezähnen geben. Die Zunge folgt automatisch und findet so schnell den richtigen Platz.
2. Zungen-Wettbewerb
Ein kleines Spiel motiviert viele Kinder: Wer schafft es länger, die Zunge am Schlafplatz zu lassen?
3. Erinnerungsbilder in der Wohnung
Gemeinsam können kleine Bilder gemalt werden, zum Beispiel ein Hochbett als Symbol für den Zungenschlafplatz. Diese Erinnerungsbilder können an verschiedenen Stellen in der Wohnung aufgehängt werden.
Immer wenn man eines der Bilder sieht, wird geprüft: Liegt die Zunge gerade im Hochbett?
Es hilft, die Bilder ab und zu an einen anderen Platz zu hängen, damit sie wieder stärker auffallen.
4. Spiele mit Zungen-Schlaf-Regel
Beim Spielen kann eine einfache Regel gelten: Wir sind dabei ganz still, damit sich die Zunge im Hochbett ausruhen kann.
Diese Regel lässt sich gut mit Brettspielen, Bastelarbeiten oder freien Spielen verbinden.
5. Feste Rituale im Alltag
Hilfreich sind kleine Gewohnheiten im Alltag. Zum Beispiel:
- bei der Gute-Nacht-Geschichte
- beim Fernsehen
- auf dem Weg zur Kita
- auf dem Weg zum Spielplatz oder zur Oma
In diesen Momenten kann bewusst daran erinnert werden: Liegt die Zunge gerade im Hochbett?
Logopädische Unterstützung bei Zungenruhelage
Wenn die Zungenruhelage dauerhaft falsch ist, kann eine logopädische Behandlung sinnvoll sein. In unserer Logopädie in Leipzig unterstützen wir Kinder und Erwachsene dabei, eine gesunde Zungenruhelage zu entwickeln und langfristig zu stabilisieren.